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Tierfutter und Leckerchen

Tiertafel hilft befürftigen Tierhaltern


Eine Krankheit, ein unerwarteter Jobverlust, eine kleine Rente: Wenn das Geld plötzlich nicht mehr reicht, sind viele Tierhalter auf Hilfe angewiesen, um ihre Vierbeiner weiterhin umsorgen zu können.  Unterstützung finden die ökonomisch schwachen Zweibeiner deutschlandweit bei vielen Tiertafeln. Und sogar Tierschutzvereine, die selbst ums Überleben kämpfen und auf Spenden und ehrenamtliche Helfer angewiesen sind, verteilen Futter und Leckerchen an bedürftige Herrchen und Frauchen. Ganz uneigennützig geschieht das allerdings nicht.

„Es kommt immer mal wieder vor, dass Tiere abgegeben werden, weil die Besitzer sagen: Ich kann mir die Futterkosten, die Tierarztkosten nicht mehr leisten“, berichtet Kirstin Höfer, Leiterin des Tierheims Koblenz. Finanzielle Not der Tierbesitzer aber sollte kein Grund für eine Trennung vom geliebten Haustier sein. Um bereits präventiv Tierschutz zu betreiben und den Fellnasen ihr geborgenes Zuhause und ihre Menschen zu erhalten, hat das Tierheim daher das Projekt „Futterkiste – Weil Freundschaft manchmal Unterstützung braucht“ ins Leben gerufen.

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Wenn das Geld nicht reicht


Die Nachfrage am Projekt Futterkiste ist groß.

„Wir bekommen sehr viele Futterspenden und die wollen wir mit Leuten teilen, die weniger Geld aber eben Tiere haben und nicht am Futter sparen wollen“, erklärt Höfer. Ganz umsonst gibt es die Ware aber nicht. „Die Leute, die unsere Futterkiste in Anspruch nehmen, Arbeitslose, Obdachlose, Sozialhilfeempfänger aber auch Rentner mit einer kleinen Rente, zahlen einen symbolischen Euro.“ Zu verschenken habe das Tierheim nichts, da sie selber auf Spenden angewiesen sind, betont die Leiterin.

„Wir haben auch nicht soviel, dass wir alles einfach verschenken könnten aber wir teilen es einfach miteinander, um zu verhindern, dass Tiere ins Tierheim kommen. Wir haben in Supermärkten Boxen aufgestellt in denen wir Futter sammeln und das verschenken wir eben ein Stück weiter. Einen Teil nutzen wir natürlich fürs Tierheim und einen kleinen Teil geben wir dann eben immer wieder an Leute ab die nicht das Geld haben" so Höfer.

Scham und soziale Ausgrenzung


Das wissen auch die Tierhalter, die anfangs noch verschämt aber dankbar die Hilfe annehmen: Eingepackt wird nur, was wirklich gebraucht wird, und von den besonderen Leckerchen landet nur eine statt zwei Tüten im Korb. Der Rest ist für die anderen Vierbeiner. Überhaupt versuchten die meisten, ihre Tiere selbst zu versorgen. „Erst am Monatsende, wenn das Geld knapp wird, kommen mehr Kunden“, sagt Dagmar Oetken von der Tiertafel Rhein-Erft, die im Schnitt 80 Hunde, 100 bis 120 Katzen und rund 35 Kleintiere versorgt.

Neben der Futterausgabe erfüllen die Einrichtungen zudem einen wichtigen sozialen Aspekt. „Wenn man arbeitslos ist, wird man schnell isoliert. Man hat nicht mehr das Geld, um in die Kneipe zu gehen und weniger Leute möchten etwas mit einem zu tun haben“, sagt Höfer. Beim Tierschutz treffen die Bedürftigen hingegen auf Menschen, mit denen sie sich austauschen können und die stets ein offenes Ohr für Probleme mit dem Haustier haben. „Es ist ganz wichtig, dass die Menschen einen Ansprechpartner haben. In uns natürlich aber auch untereinander. Wir haben einfach auch ein Gefühl und Zeit und das Bedürfnis Menschen etwas zu geben“, so Kirstin Höfer.

Futterkiste und Tiertafel, zwei Initiativen, die dafür sorgen, dass Zweibeiner in Not ihre größte Stütze nicht verlieren. Ihre geliebten Fellnasen. „Wenn wir die nicht hätten“, bestätigt eine Kundin, „dann wären wir ganz arm dran.“  

Kirstin Höfer
Leiterin Tierheim Koblenz
Tiertafel - Futterkiste Kirstin Höfer

Die Leiterin des Tierheim Koblenz Kirstin Höfer hat leider die Erfahrung gemacht, dass Tiere im Tierheim abgegeben werden weil sich die Besitzer die Futterkosten nicht mehr leisten können.
Um das zu verhindern wurde das Projekt "Futterkiste - Weil Freundschaft manchmal Unterstützung braucht" ins Leben gerufen.

Tiere reden mit den Augen oft vernünftiger als Menschen mit dem Mund.

Ludovic Halévy
Hundepfote in der Hand eines Menschen

Die Initiativen Tiertafel Rhein-Erft und die Futterkiste helfen Menschen die in Not geraten sind und sich die Futerkosten für das geliebte Tier nicht leisten können.

Gleichzeitig bieten sie den Bedürftigen einen Ort, an dem sie sich austauschen können und ein offenes Ohr für ihre Probleme finden.

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