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Stoffwechselstörung mit ernsthaften Folgen

Weitere Bezeichnungen:
Diabetes mellitus, Hyperglykämie, Zuckerkrankheit

Wenn Dein Hund auffällig viel trinkt und dementsprechend viel Urin absetzt oder viel frisst und trotzdem abnimmt, dann solltest Du ihn umgehend beim Tierarzt durchchecken lassen. Denn Hunde können, wie wir Menschen, an Diabetes erkranken. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser lässt sie sich therapieren. Wird die Zuckerkrankheit zu spät oder gar nicht entdeckt, kann sie schwerwiegende Folgen für Deinen Hund haben, die im schlimmsten Falle zum Tod Deines Vierbeiners führen.

Kleiner Dackel wird von einer Tierärztin untersucht

  • Vermehrtes Trinken (Polydipsie)
  • Erhöhter Harnabsatz (Polyurie)
  • Erbrechen (Vomitus)
  • Schwäche und Mattigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Gewichtszunahme
  • Sehschwäche

Diese Rassen sind besonders betroffen

Diabetes ist eine hormonell bedingte Erkrankung und kann bei Hunden jeden Alters oder Geschlechts auftreten. Häufiger betroffen sind jedoch Hunde mittleren und höheren Alters sowie unkastrierte Hündinnen. Es scheint zu dem ein genetisch bedingtes höheres Risiko für bestimmte Hunderassen zu geben.

So wird Diabetes beim Hund behandelt

Die Intensität und die Dauer der Behandlung Deines Hundes sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Sie hängt vor allem vom Auslöser des Insulinmangels, vom Fortschritt der Krankheit während der Erkennung und von der Disziplin bei der Durchführung der Therapie ab. Denn in der Regel muss Dein Hund ab sofort täglich Insulin verabreicht bekommen.

Stabilisierung

Abhängig vom Gesundheitszustand Deines Hundes, wird der Tierarzt mit Medikamenten oder Infusionen den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust Deines Hundes ausgleichen und die Azidosewerte stabilisieren.

Insulinmenge bestimmen

Für Deinen Hund ist es wichtig, dass er genau die Menge an Insulin erhält, die er benötigt. Dafür wird der Tierarzt ein Glukosetagesprofil erstellen. Das bedeutet, dass Deinem Hund morgens Blut entnommen wird. Nach der Fütterung erhält er die Insulininjektion und anschließend wird alle paar Stunden der Blutzuckerspiegel ausgewertet. Solange bis die optimale Insulinmenge aus den Werten bestimmt werden kann. 

Insulininjektion

Die Insulinsubstitution in Form von Tabletten hat sich bei Tieren leider nicht bewährt. Daher ist die Injektion mit Hilfe der Insulinspritze unausweichlich. Ab jetzt bist Du gefordert, Deinem Hund die tägliche Dosis Insulin zu verabreichen. Aber keine Sorge, die Technik, das Insulin unter die Haut zu spritzen, ist schnell erlernt. Nach erstem Zögern wird das schon bald zur Routine. Für Deinen Hund ist es nur ein kleiner Pieks mit einer dünnen Nadel. Wenn Du die Injektion mit der Fütterung verbindest, wird er es kaum spüren. In den meisten Fällen muss die Insulingabe zweimal täglich erfolgen.

Abweichungen

In Injektion sollte regelmäßig morgens während oder nach der Fütterung erfolgen. Wenn Du weißt, dass Dein Hund kein begnadeter Fresser ist, solltest Du vor der Injektion seinen Appetit beobachten. Frisst er nur die Hälfte oder gar nicht, so solltest Du auch die Insulindosis entsprechend reduzieren. Benötigt Dein Vierbeiner zwei Injektionen täglich, verhältst Du dich bei der zweiten ebenso.

Bei richtiger Anwendung treten Nebenwirkungen oder Komplikationen nur selten auf. Vorsicht ist geboten, solltest Du Deinem Hund zu viel Insulin verabreicht haben. Dies kann zu einer gefährlichen Unterzuckerung führen, der sog. Hyperglykämie. Bei niedrigen Blutzuckerwerten wird das Gehirn nicht mehr mit ausreichend Energie versorgt, was zu Schocks oder sogar Koma führen kann. Erste Anzeichen für einen zu niedrigen Blutzuckerwert sind Zittern, Schwäche, Bewegungsstörungen, Krämpfe oder eine erhöhte Herzfrequenz. Biete Deinem Hund sofort Futter an, damit sich die Werte wieder angleichen können. Sollte er das Futter verweigern, verabreiche ihm so schnellstmöglich Zuckerlösungen aus Zucker, Traubenzucker und Glukose. Diese kannst Du mit einer Spritze in kleinen Portionen direkt ins Maul geben. Alternativ kannst du im zur schnellen Hilfe etwas Honig ins Maul schmieren. Hat er sich erholt, biete ihm für den Rest des Tages mehrere kleinere Futtermengen an, bis die Insulinwirkung nachgelassen hat. Informiere darüber hinaus unbedingt Deinen Tierarzt, um die weitere Behandlung zu besprechen. Auch bei Krankheiten, wie Erbrechen oder Durchfall, solltest Du die weitere Insulinbehandlung mit dem Tierarzt absprechen.

Was Du selbst tun kannst

Vorbeugung
Einen hundertprozentigen Schutz für Deinen Hund gegen Diabetes gibt es nicht. Du kannst das Risiko einer Erkrankung jedoch reduzieren, in dem Du Übergewicht bei Deinem Hund vermeidest. Eine gesunde, artgerechte Ernährung und viel Bewegung sind dabei das A und O.

Wenn Dein Hund bereits an Diabetes leidet, ist es besonders wichtig seinen Blutzuckerspiegel konstant zu halten.

Fütterung
Damit der Blutzuckerspiegel Deines Patienten stabil bleibt, solltest Du bei der Fütterung folgendes beachten: Füttere Deinen Hund zu geregelten Zeiten, immer vor oder gleichzeitig zur Insulingabe. Auf Extrafütterungen und Leckerlies sollte zum Wohle Deines Vierbeiners am besten verzichtet werden. Neben den Zeiten sollten auch Menge und Qualität des Futters konstant bleiben. Je mehr Du Dich daran hälst, desto besser geht es Deinem Hund. Dein Tierarzt berät Dich sicher gerne auch über spezielles Futter für diabetische Hunde.

Bewegung
Körperliche Aktivität verbessert die Insulinempfindlichkeit der Zellen und senkt den Blutzuckerspiegel. Deshalb ist es wichtig, dass Du Deinem Hund ausreichend Bewegung verschaffst. Regelmäßige Bewegung fördert zudem den Gewichtsverlust und senkt auf Dauer den Bedarf an Insulin. Beachte auch hier, dass festgelegte Bewegungszeiten sowie ein gleichbleibendes Bewegungspensum den Blutzuckerspiegel stabilisieren. Unregelmäßige Aktivitäten vermindern den positiven Effekt.

Stress und Krankheiten
Stress solltest Du bei Deinem Hund unbedingt vermeiden. Dieser kann den Krankheitsverlauf verschlimmern und den Bedarf an Insulin erhöhen. Auch andere Krankheiten haben negative Auswirkung auf den Diabetes und sollten daher bei den ersten Anzeichen umgehend von einem Tierarzt untersucht werden.

Prognose für betroffene Hunde

Je nach Auslöser der Erkrankung kommt es in seltenen Fällen vor, dass der Diabetes reversibel ist. Das bedeutet, dass die Grundkrankheit als Auslöser heilbar ist und der Hund nach ein paar Wochen keine Insulininjektionen mehr benötigt (siehe Typ-3-Diabetes weiter unten).
Dies ist bei den meisten Krankheitsverläufen jedoch nicht der Fall. Du solltest Dich darauf einstellen, dass Dein Hund sein Leben lang eine tägliche Insulininjektion benötigt. Denk immer daran, dass es sich dabei um eine lebensrettende Maßnahme handelt. Hat sich das Prozedere einmal im Alltag etabliert, kann Dein Vierbeiner ein fast normales, aber vor allem schmerzfreies und glückliches Leben führen.

Hund bekommt eine Insulinspritze

Das kostet die Behandlung des Diabetes beim Hund

Die Kosten für die Behandlung hängen stark vom Umfang der Erkrankung, möglichen Komplikationen und auch von der Größe Deines Hundes ab, sodass eine genaue Vorhersage nicht möglich ist. Sie setzen sich aus dem Insulin, dem Verbrauchsmaterial an Spritzen und Kanülen, Glucoseteststäbchen regelmäßigen Besuchen beim Tierarzt zusammen. Unsere Angabe dient lediglich als grober Richtwert.

Gesamtkosten der Behandlung pro Jahr

400 - 500 EUR

Beachte außerdem, dass die Kosten regelmäßig anfallen - ein gesamtes Hundeleben lang! 

 

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Weitere Informationen zu Diabetes beim Hund

Beschreibung
Die Nahrung, die Dein Hund täglich aufnimmt, muss erst im Darm zerlegt werden, bevor der Körper sie verwerten kann. Die enthaltenen Kohlenhydrate werden dabei zu Glukose abgebaut, welches von dort ins Blut gelangt. Glukose ist der Hauptenergielieferant für den Körper. Um Glukose vom Blut in die Zellen zu bekommen, wird Insulin benötigt. Ein Hormon, dass in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Ist keins oder zu wenig Insulin vorhanden, kann die Glukose nicht in die Zellen gelangen und reichert sich im Blut an - es entsteht die sog. Zuckerkrankheit Diabetes mellitus.

Wie beim Menschen gibt es auch bei Hunden zwei Typen von Diabetes:

Typ-1-Diabetes
Beim Typ-1-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse überhaupt kein Insulin. Das Insulin muss über Präparate von außen hinzugefügt werden. Bei diesem Insulin-abhängigen Diabetes spricht man von einem absoluten Insulinmangel.

Typ-2-Diabetes
Bei diesem Typ stellt die Bauchspeicheldrüse entweder zu wenig oder in der Wirkung beeinträchtigtes Insulin her. Man spricht von einem relativen Insulinmangel. Bei diesem Insulin-unabhängigen Diabetes zeigen die Zellen eine verringerte Sensibilität gegnüber dem Insulin.

In den meisten Fällen handelt es sich bei Hunden um einen Typ-1-Diabetes, während bei Menschen oder Katzen eher ein Typ-2-Diabetes vorliegt.

Sonderform Typ-3-Diabetes
Bei dieser Form wird der Diabetes als Folge einer anderen Grunderkrankung ausgelöst. So können z. B. Morbus Cushing oder eine Schilddrüsenunterfunktion bei läufigen Hündinnen einen Läufigkeits- oder Trächtigkeitsdiabetes hervorrufen. Wird die Grundkrankheit dabei frühzeitig erkannt und erfolgreich behandelt, kann sich auch die Insulinproduktion wieder normalisieren ohne dauerhaft therapiert werden zu müssen.

Ursache
Die Ursachen für einen Diabetes beim Hund sind multifaktoriell und zum Teil nicht vollständig geklärt. Beim Typ-1-Diabetes geht man von einer genetischen Disposition aus, die durch äußere Faktoren wie Infektionen oder Entzündungen, den Ausbruch des Diabetes ermöglicht. Bei 50% der erkrankten Hunde konnten in der Bauchspeicheldrüse Antikörper gegen Pankreaserkrankungen nachgewiesen werden.

Auslöser für den Typ-2-Diabetes ist ein genetischer Rezeptordefekt, welcher die Aufnahme der Zellen von Insulin erschwert. Neben der Genetik spielen auch Übergewicht, Bewegungsmangel, Hormone, Geschlecht oder Medikamente eine wichtige Rolle.

Mögliche Ursachen im Überblick:

  • Pankreaserkrankungen, wie Pankreatitis, Pankreastumore oder Pankreasinsuffizienz
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Überproduktion oder Zugabe von entgegenwirkenden Hormonen
  • Morbus Cushing
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Die wichtigsten Fragen zur Erkrankung

Wir haben die häufigsten Fragen unserer User für Dich zusammengestellt.

Ja, fast! Im Grunde gibt es kein “nach der Behandlung”, da Dein Hund in der Regel bis zu seinem Lebensende mit Insulinpräparaten therapiert werden muss. Abgesehen von den täglichen Spritzen, schränkt die Krankheit das Leben Deines Hundes allerdings kaum ein. Hin und wieder kann es zu Schwankungen des Blutzuckerspiegels kommen, bei denen Du Deinen Vierbeiner gut im Auge behalten solltest.

Ja. Ohne die tägliche Zugabe von Insulinpräparaten kann Dein Hund nicht überleben. Bei Nichtbehandlung reichert sich Glukose im Blut an, was zu Schockanfällen, Koma und schließlich zum Tod führt.

Das Risiko bei der Therapie mit Insulininjektionen ist sehr gering. Du wirst die richtige Anwendung mit der Spritze schnell lernen. Wichtig ist, dass Du regelmäßige Fütterungs- und Bewegungszeiten einhältst sowie die Behandlungsmenge beachtest und regelmäßig mit Deinem Tierarzt besprichst. Dann wird Dein Hund ein beschwerdefreies und fast normales Leben führen können.

Nein. Bei Diabetes besteht keine Gefahr zur Übertragung auf den Menschen oder andere Haustiere.

Die beste Vorsorge bist Du! Sorge dafür, dass Dein Hund nicht an Übergewicht leidet und ausreichend Bewegung erhält. Achte genau auf Veränderungen bei Deinem Hund und gehe bei den ersten Anzeichen eines Diabetes sofort zum Tierarzt.

Nein. Dein Hund kann auch mit der Diagnose Diabetes ein schmerzfreies Leben führen. Und auch die Injektionsnadel der Insulinspritze ist so dünn, dass Dein Vierbeiner davon kaum etwas spürt.

Die Kosten für die Behandlung hängen stark vom Umfang der Erkrankung, möglichen Komplikationen und auch von der Größe Deines Hundes ab, sodass eine genaue Vorhersage nicht möglich ist. Unsere Angabe dient lediglich als grober Richtwert. Große Hunde benötigen entsprechend mehr Insulin. Beachte außerdem, dass die Kosten regelmäßig anfallen - ein gesamtes Hundeleben lang! Zuzüglich zu den Tierarztkosten fallen für die Medikation ca. 30 - 40 Euro pro Monat an (für einen etwa 10 kg schweren Hund). Benötigt Dein Hund spezielles Futter für diabetische Hunde kommen etwa 50 Euro pro 12 kg Futtersack hinzu.

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